Neue Studie: The Dark Side of Cyberspace
16.12.2008 | Neue Studie enthüllt Arbeitsrechtsverletzungen bei Zulieferern von Dell, Fujitsu Siemens Computers und Lenovo
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Global Europe konkret, Newsletter, Nr 4, Juli 2008
10.07.2008 | WEED Newsletter zur neuen EU-Handels- und Investitionspolitik (Publikationen) [mehr]
Achte Ausgabe von WEED aktuell
21.04.2008 | "WEED aktuell" informiert unter anderem über die Finanzkrise, das neue Projekt "Global Europe" und die "FAIRgabe"-Reform bei Öffentlichen Aufträgen.
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Die Europäische Investment Bank (EIB) ist inzwischen der größte öffentliche Kreditgeber der Welt. Jedes Jahr verleiht sie mehr als 40 Milliarden Euro. Überwiegend werden damit Projekte in den Mitgliedstaaten der EU finanziert, doch nehmen die Investitionen im Mittelmeerraum, in den AKP-Staaten, in Lateinamerika und in Asien zu.
Die EIB betrachtet sich selbst als die Finanzinstitution der Europäischen Union, tatsächlich handelt sie jedoch als unabhängige Bank, die nur ihren Anteilseignern rechenschaftspflichtig ist: den Regierungen der 25 Mitgliedstaaten. So ist die EIB heute die am wenigsten transparente, am wenigsten rechenschaftspflichtige und am wenigsten demokratisch kontrollierte Institution innerhalb der mit der Umsetzung der EU-Politik beauftragen Behörden und unter den internationalen Finanzinstitutionen. Als "Hausbank" der EU sollte die EIB deren Ziele respektieren und umsetzen, zu denen die Förderung nachhaltiger Entwicklung, die Verringerung der Bedrohung durch einen Klimawandel, der Schutz der Artenvielfalt und die Schaffung von Beschäftigung zählen. Doch die in ihrem Kredit-Portfolio verkörperte Realität zeichnet ein gänzlich anderes Bild. Durch ihre massive Kreditvergabe in den Bereichen Energie und Transportinfrastruktur wurde die EIB zu einem der wichtigsten institutionellen Verursacher des weltweiten Klimawandels. Durch ihre Philosophie der "Kredite in großem Stil" finanziert die EIB oft die Großkonzerne, die am wenigsten öffentlicher Unterstützung bedürfen und am wenigsten zum öffentlichen Wohl beitragen.
Wenn die EIB zu einer positiven europäischen Kraft zur Förderung des öffentlichen Gemeinwohls weltweit werden soll, dann muss sie jetzt reformiert werden - parallel zu der Erweiterung der Europäischen Union. Organisationen der Zivilgesellschaft fordern die betroffenen Bürgerinnen und Bürger und die europäischen EntscheidungsträgerInnen auf, gemeinsam aus der EIB eine Institution zu formen, die Menschen und Umwelt unterstützt. Unsere Vision ist eine EIB, die durch die Öffentlichkeit überprüfbar und in all ihren Operationen transparent ist. Unsere Vision ist eine EIB, die Kredite nur für Projekte vergibt, die in sozialer Hinsicht und in Bezug auf die Umwelt nachhaltig sind, basierend auf klaren Politikansätzen, Standards und Richtlinien innerhalb und außerhalb der EU; eine EIB, die stolz von sich sagen kann, dass sie nur Projekte fördert, die sich der einmütigen und auf vorheriger Information basierender Zustimmung aller betroffener Gemeinschaften (prior informed consent) erfreuen.
Wir werden unsere Öffentlichkeitsarbeit und unsere Fürsprachebemühungen koordinieren und verstärken, um sicher zu stellen, dass die folgenden Schlüsselreformen von der EIB akzeptiert und umgesetzt werden. Wir werden die jährliche Versammlung des EIB-Aufsichtsrates über die Geschwindigkeit der erreichten Fortschritte informieren.
1. Den Transparenz-Standards der Europäischen Institutionen entsprechen
Gegenwärtig ist die EIB unter den Institutionen, die durch die Verträge der Europäischen Union eingerichtet wurden, die am wenigsten transparente, obwohl es bereits Jahre des "Dialogs" über Reformen mit der Zivilgesellschaft und dem Europäischen Parlament gab. Im Gegenteil: eine Studie des Bank Information Center in Washington DC und von Freedominfo in New York vom April 2004 enthüllt, dass die EIB im Vergleich mit anderen öffentlichen multilateralen Finanzinstitutionen wie der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung die mit Abstand am wenigsten transparente Institution ist.
Wir fordern, dass die EIB einen neuen Ansatz für ihre Veröffentlichungspolitik entwickelt und damit der Richtlinie 1049/2001 der Europäischen Union und der Aarhus Konvention über Zugang zu Informationen über Umweltthemen entspricht, damit sicher gestellt wird, dass von EIB-Projekten betroffene Kommunen wie auch andere interessierte Parteien sowohl vor Beginn als auch während des Verlaufs von Projekten adäquat und frei informiert und konsultiert werden. Dazu gehört:
2. Entwicklungsmandat auf der Grundlage verbindlicher Umwelt- und Sozialstandards formulieren
Gegenwärtig hat die EIB kein politisches Mandat für ihre Kreditvergabe an Entwicklungsländer. Sie weist es zurück, eine "multilaterale Entwicklungsbank" genannt zu werden, obwohl sie in mehr als 100 Entwicklungsländern operiert und wichtige Entwicklungsprogramme der EU im Mittelmeerraum und in den AKP-Partnerstaaten (Afrika, Karibik, Pazifik) der EU implementiert. Schlimmer noch, die gegenwärtige Praxis stellt der EIB im Wesentlichen einen "Persilschein" für die Vergabe von Krediten außerhalb der EU aus, während ungeklärt bleibt, welche Umwelt- und Sozialstandards die EIB bei ihren Projekten oder den durch nationale institutionen bereitgestellten "Globaldarlehen" anwendet.
Wir fordern, dass die EIB den allgemeinen Entwicklungszielsetzungen der EU entspricht, aber auch den von anderen multilateralen Entwicklungsbanken gesetzten Standards, darunter:
3. Umweltverträgliche sektorale Kreditvergabepolitik
Gegenwärtig unterscheidet die EIB in ihrer Kreditvergabe nicht nach verschiedenen sektoralen Ansätzen, die ihre Investitionsentscheidungen prägen sollten. Mit dem Argument, generell von den politischen Zielen der Europäischen Union geleitet zu werden, hat sich die EIB bisher geweigert, klare sektorale Ziele zu entwickeln, obwohl die meisten sektoralen Politiken der EU, insbesondere im Umweltbereich, der Spezifikation bedürfen, um für die Aktivitäten der EIB anwendbar zu werden.
Wir fordern, dass die EIB ihre eigenen sektoralen Leitlinien für Investitionen in Energie, Forstwirtschaft, Transport, Wasser und Abfallwirtschaft und anderen Schlüsselgebieten europäischer Umweltpolitik formuliert, die auf bestehenden europäischen Gesetzen und Zielen basieren müssen. Die EIB sollte ein beratendes Komitee für nachhaltige Investitionen und Kredite einsetzen, dass aus VertreterInnen der Bank, der europäischen Institutionen, der Regierungen der Mitgliedstaaten, der Nicht-Regierungsorganisationen und der Industrie zusammengesetzt ist und mit der Entwicklung von Leitlinien für EIB Investitionen in Energie, Forstwirtschaft, Wasser und anderen Projekten beauftragt wird. Die Arbeit des Komitees sollte völlig transparent und im höchsten Maße partizipativ sein.
4. Schaffung eines Beschwerdemechanismus für betroffene BürgerInnen
Gegenwärtig haben nur BürgerInnen der Europäischen Union die Möglichkeit, sich durch den Europäischen Ombudsmann zu beschweren. Beschwerden sind zudem begrenzt Verstöße der EIB gegen ihre eigenen Regeln.
Wir fordern, dass sich die EIB mit einem kompletten Mechanismus für Überprüfbarkeit und Richtlinientreue ausstattet, der gleichberechtigten Zugang auch für BürgerInnen von außerhalb der Europäischen Union bietet. Dieser Mechanismus sollte:
5. Effektive Maßnahmen zum Kampf gegen Korruption und Geldwäsche
Gegenwärtig unterliegt die EIB nur begrenzter Überwachung bezüglich der Korrektheit ihrer finanziellen Aktivitäten durch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF). So hat die EIB bislang noch keine Erklärung abgegeben, ihre Unterstützung für Projekten, in denen es zu Korruptionsfällen kommt, zu widerrufen.
6. Eine sozial und politisch nachhaltige Kreditvergabestrategie für den privaten Sektor
Derzeit hat die EIB keine Kriterien für ihre Kreditvergabe an den privaten Sektor definiert, die über grundlegende Finanzstandards hinausgingen. Zudem verfügt die EIB nicht über effiziente Instrumente, um eine Kontrolle darüber zu haben, wer am Ende von ihren Krediten an den privaten Sektor profitiert.
Wir fordern, dass die EIB Leitlinien für ihre Operationen im privaten Sektor entwickelt, die den umfassenden Respekt von Menschenrechten beinhalten und auf einer proaktiven Agenda der sozialen Unternehmensverantwortung aufbauen, darunter:
Mehr Informationen auf der Website der europäischen NGO-Kampagne zur Europäischen Investitionsbank (EIB), die sich für eine institutionelle Reform der EIB sowie für eine sozial und ökologisch nachhaltige Projektförderung einsetzt.